Heimatlos: Eine Exilgeschichte zwischen Flucht und Neubeginn in Australien
Shownotes
In dieser Podcast-Folge spricht Caitlin Gura, Kuratorin der neuen Ausstellung „Heimatlos“, mit der australischen Kunsthistorikerin Tonia Eckfeld über die bewegenden Folgen des Exils – erzählt anhand der Lebensgeschichte ihres Vaters und ihres Onkels. Die beiden Brüder mussten 1940 aus Wien ins Vereinigte Königreich fliehen und wurden von dort unter katastrophalen Bedingungen per Schiff nach Australien deportiert. Mit der Flucht verloren sie nicht nur ihre vertraute Umgebung, sondern auch ihre Ausbildung, ihren sozialen Anschluss und ihre Lebensträume.
Die Erfahrungen von Verfolgung, Krieg, Flucht, Freiheitsentzug und Exil hinterließen tiefe körperliche und psychische Spuren. Ihre Geschichte zeigt eindrücklich, wie unterschiedlich zwei Menschen mit den Erfahrungen des Exils umgehen und diese verarbeiten: Während einer der Brüder sich in Australien ein neues Leben mit einer eigenen Familie aufbauen konnte, hatte der andere zeitlebens das Gefühl, nicht wirklich angekommen zu sein. Wien blieb mit schmerzhaften Erinnerungen verbunden – eine Rückkehr kam nie ernsthaft infrage. Die Geschichte macht deutlich, wie ambivalent Exil sein kann: Es kann Sicherheit und die Möglichkeit eines Neubeginns bedeuten, ist zugleich aber auch mit Verlust, Entwurzelung und der schwierigen Suche nach einer neuen Heimat verbunden.
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